Wer kennt sich aus mit Linksverkehr? Walesfahrt 2017

Wer kennt sich aus mit Linksverkehr? Walesfahrt 2017

Anreise

Endlich war es so weit. Das wochenlange Warten hatte ein Ende. Am 06.05.2017, um 22:30 Uhr, war Treffpunkt an der Bushaltestelle der Robert Schuman IGS. 58 Schülerinnen und Schüler – so viele wie noch nie – warteten auf den Bus, der uns nach Wales fahren sollte. Aufgeregtes Stimmengwirr, schnatternde Schüler, herumfliegende Koffer, besorgte Eltern – was für ein Chaos! Die Lehrer Frau Hambsch, Frau Metzdorf, Herr Krause und Herr Sold versuchten für Ruhe zu sorgen und alles zu managen. Als der Doppeldeckerbus kam, fingen einige Eltern auf einmal zu weinen an; sie umarmten uns und versorgten uns mit Küssen und letzten guten Ratschlägen. Im Bus suchte jeder nach dem perfekten Sitzplatz. Wir, meine Freunde und ich, hatten Glück und saßen oben in der ersten Reihe und hatten freie Sicht auf die dunklen Straßen. Alle verstauten ihre Rucksäcke, Kissen und Co. und machten es sich so gut es ging gemütlich.

Nachdem die Koffer alle geladen und alle Reisenden angeschnallt waren, ging die Fahrt los. Wir winkten zum Abschied und lehnten uns dann entspannt zurück. Die Lautsprecher ertönten und wir hörten den Busfahrer, der uns begrüßte. Gleich darauf folgte die Ansprache von Herrn Sold, der uns noch drei wichtige Grundregeln mit auf den Weg gab:

1. Hirn einschalten
2. Lehrer und Busfahrer bei Laune halten
3. Hirn einschalten.

Nach dieser Ansage hörten die meisten Musik mit Kopfhörern, während andere noch redeten. Die Fahrt war relativ entspannt. Nach und nach schliefen einige ein. Wir überquerten die belgische Grenze und fuhren durch Frankreich. Unser erster großer Halt war der Hafen in Calais. Die Sonne war bereits aufgegangen, doch bevor wir auf die Fähre konnten, mussten wir erst durch eine Kontrolle. Wir stiegen aus dem Bus aus und mussten zweimal nacheinander die Pässe zeigen – einmal beim französischen und einmal beim britischen Zoll. Endlich auf dem Schiff holten sich viele etwas bei Starbucks, während andere leicht seekrank wurden. Die Fahrt von Calais nach Dover dauerte 1,5 Stunden, aber auf der Uhr 2,5 Stunden, da wir diese auf englische Zeit umstellen mussten.

Unser erster Besichtigungsaufenthalt in England war in Windsor. Dort besichtigten wir Windsor Castle, das größte noch bewohnte Schloss der Welt. Die königliche Flagge war gehisst, was bedeutete, dass die Queen anwesend war. Leider haben wir sie nicht gesehen. Danach durften wir shoppen und uns Mittagessen besorgen. Das war sehr aufregend, da – wen wundert´s – alle nur Englisch sprachen.
Schließlich fuhren wir weiter nach Wales. Je näher wir dem Treffpunkt mit den Gastfamilien kamen, umso nervöser wurden wir. Doch am Ende stellten wir fest, dass sie wirklich nett und freundlich waren. Es gab leckeres Essen und viele Gelegenheiten unsere Sprachkenntnisse zu erproben. Allerdings auch viel Gelächter.

1. Tag

Am Montagmorgen fuhren wir nach Cardiff. Dort hatten wir eine Führung durch Cardiff Castle. Manche Zimmer waren wundervoll geschmückt oder verziert. Der Touristenführer sprach nur Englisch, aber sehr langsam und deutlich, so es leicht zu verstehen war. Danach bummelten wir in verschiedenen Gruppen durch Cardiff.
Zum Abschluss fuhr uns der Bus noch zu der Burgruine Caerphilly Castle. Die Lehrer versuchten uns zu ängstigen, indem sie erzählten, dass dort Geister ihr Unwesen trieben. Unsere Aufgabe war es nun, zu versuchen, ein Bild von einem Geist zu machen. Alle rannten und suchten wie verrückt. An manchen Ecken gab es Figuren, die scheußliche Geräusche von sich gaben und uns erschreckten. Das hat echt eine Menge Spaß gemacht. Nach der Geisterjagd wurden wir dann wieder zu den Gastfamilien gebracht. Dort gab es leckeres Abendessen, wie z.B. Burger, Pommes und zum Nachtisch Schokoeis.

2. Tag

Am Dienstagmorgen konnten wir in einem englischen Supermarkt unsere Getränke- und Snack-Vorräte auffüllen. Das war ziemlich cool, weil es dort ganz andere Produkte gab als in Deutschland. Wir sahen riesige Tüten mit Chips, seltsame Süßigkeiten, lustige Kuchen und vieles mehr.
Dann ging es weiter zu Big Pit, ein großes Kohlebergwerk. Dort wurden wir mit Schutzhelm und Stirnlampe ausgerüstet und fuhren in einem Aufzug fast 100 m unter die Erde. Die Stollen waren kühl und nass und vor allem niedrig. Viele, mich eingeschlossen, stießen sich mehrmals den Kopf. Bei der interessanten Führung erfuhren wir etwas über die Arbeitsbedingungen und Gefahren beim Bergbau in den verschiedenen Jahrhunderten. Auch in Kohle ist Erdgas eingeschlossen und kann entweichen. In einem Kurzfilm wurde über die Menschen berichtet, die bei einer Explosion des Erdgases ihr Leben verloren.
Danach konnten wir sozusagen die Kohle im Einsatz beobachten, nämlich bei der Abfahrt eines Dampfzuges, der Brecon Beacons Railway. Dort picknickten wir unter blauem Himmel. Übrigens für alle Harry Potter Fans: Der Dampfzug sah aus wie eine kleinere Version des Hogwarts Express.
Der noch geplante Ausflug zur Küste beim Nashpoint Lighthouse musste leider ausfallen, da der Bus wegen Strassensperren nicht den üblichen Weg fahren konnten und in den kleinen Gassen nicht um die Kurven kam.

3. Tag

Am Mittwoch ging es nach Bristol, das wir schon ein bisschen aus unserem Englischbuch kannten. Nach einer Bootstour durch den Hafen, hielten wir uns in Kleingruppen in der Innenstadt auf. Man merkte, dass Bristol merklich Größer als Cardiff war, da einige nicht die begehrte Shopping Mall fanden. Nachmittags ging es zu einer Kosterruine namens Tintern Abbey, die in einem malerischen Tal liegt. Anschließend besuchten wir noch den bei Einheimischen und Touristen beliebten Strand „Berry Island“, an dem viele schöne Bilder gemacht wurden. Dies war eine gute Entschädigung für den geplatzten Küstenbesuch des Vortags. Alle hatte viel Spaß und einige wurden pitschnass oder versanken bis zu den Knien im Schlamm. Somit stand vor dem Betreten des Buses erst einmal eine Grundreinigung von Kleidern, Beinen und Schuhen an.

4. Tag

An diesem Tag war schon um 6:30 Uhr Treffpunkt, da wir nach London fuhren. Dort angekommen fuhren wir mit der U-Bahn in die Nähe der Tower Bridge, wo wir auch den Tower von innen besichtigten. Neben Einkaufsmöglichkeiten wurde zu Fuß weitere bekannte Sehenswürdigkeiten abgeklappert: Big Ben, Houses of Parliament, Buckingham Palace, usw. Abends trafen wir uns wieder am Piccadilly Circus, wo wir das Kuriositäten Kabinett „Ripley’s believe it or not“ besuchten. Von dem anstrengenden Tag mit vielen Eindrücken, waren alle sehr geschafft und froh, als wir um 22:00 Uhr unseren Bus besteigen durften, der uns nach Dover brauchte. Dort fuhren wir mitten in der Nacht mit der Fähre zurück aufs Festland, wo die Autos auch endlich wieder auf der „richtigen“ Straßenseite fuhren – Stichwort Rechts- und Linksverkehr.

Ankunft

Am Freitag, 12.05.2017, um 12:00 Uhr, kamen wir wohlbehalten und um einige Erfahrungen reicher in Frankenthal an der Robert-Schuman-Schule an. Alle Schüler wie Lehrer waren äußerst zufrieden, aber auch sehr erschöpft. Vor allem bei den Lehrern merkte man dies, da sich während der Fahrt anfingen sich gegenseitig seltsame Namen zu geben.

von Hannah Olivia Hörnig und Tom Mittmann 8c